2021

Jänner 2021: Die Entstehung des Denkmals

Wir schreiben das Jahr 1920, der 1. Weltkrieg ist 2 Jahre vorbei, die Gemeinde Langeln und der Gemeindevorsteher planen, wie wohl in viele Orten der Umgebung, ein Kriegerdenkmal.

Sie schreiben u.a. an die Fürstliche Kammer, also den Fürsten zu Stollberg-Wernigerode an und stellen ein Gesuch zur Errichtung des Denkmals. Dies belegt folgendes Schriftstück was uns im Original vorliegt.

Auch im Ort Langeln fanden Sammlungen statt. Langeln wurde in verschiedene sogenannte Bezirke eingeteilt und Listen je Bezirk erstellt. Diese wurden von verschiedenen Listenführern abgearbeitet und somit Geld für das Denkmal gesammelt. So sammelten z.B. August Blenke, G. Veckenstedt, G. Simon, A. Papendieck, W. Veckenstedt. Wesche, Aug. Loel und G. Festerling. Alles bekannte Familiennamen in Langeln. Insgesamt wurden rund 12000 Mark gesammelt.

Es wurde 192 Spenden von Familien und Höfen gesammelt. Das ergibt 60 Mark im Schnitt. Natürlich gab es viele Kleinspender und einige die größeren Beträge spendeten. Das waren die größeren Bauern bzw. Höfe, die hier hervorstachen. So waren Höfe Nr. 138 Freier Hof mit 1005 Mark und Nr. 95 Hof Festerling ((Hinze) mit 800 Mark die größten Spender. Auch Hof 93 Hof Festerling (Raths) war mit 615 Mark dabei.

Was mit dem eingesammelten Geld und mit dem Geld vom Fürsten (immerhin 1000 Mark) geschah, ob es für den Aufbau des Denkmals gereicht hat oder welche Geldgeber es noch gab ist leider nicht bekannt. Vor allen wie beteiligte sich der Amtshof (Nr.133) mit der Gutsverwaltung.

Fest steht nur, dass das ca. 3,5 m hohe Denkmal am 14 Januar 1921 eingeweiht wurde. An dem feierlichen Zeremoniell nahm auch der Fürst zu Stolberg-Wernigerode teil, der auch eine Ansprache hielt, sowie maßgebliche Persönlichkeiten der Gemeinde und zahlreiche Einwohner.

Die Festordnung für die Einweihungsfeier in altdeutscher Schrift war noch vorhanden, hier die Übertragung:

Festordnung

   Für die Einweihung des Kriegerdenkmals

der Gemeinde Langeln

Am Sonntag den 14.Januar 1921

  1. Männergesangsverein: „Wie sie so sanft ruhn“
  2. Ansprache Gemeindevorsteher (Enthüllung)
  3. Männergesangverein: „im Feld des Morgens früh“
  4. Ansprache des Ortsgeistlichen
  5. Kinderchor: „Morgenrot“
  6. Ansprache des Fürsten
  7. Ehrensalven
  8. Männergesangverein: „Deutsche Worte“
  9. Kranzniederlegung

                                   Der Gemeindevorstand

So entstand das Denkmal in Langeln und feiert dieser Tage sein 100- jähriges Jubiläum.

Holger Wesemann

Chronist u. Vorsitzender

Heimatverein Langeln / Harz