Die Monatsgeschichte

September 2026: Der Betrieb des Kartoffellagerhauses

Ab 1977 war der Betrieb des Kartoffellagerhauses in Langeln in vollem Umfang möglich. Die Einlagerung und Verarbeitung von ca. 24.000 Tonnen Kartoffeln jährlich war gewährleistet. Die eingelagerten Kartoffeln wurden über das Jahr der Produktion zugeführt. Die bei der Sortierung per Hand anfallenden Futterkartoffeln wurden gedämpft und an die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften mit Tierproduktion abgegeben. Während der Erntezeit waren es 30 bis 40 Tonnen, die bei der u.a. durch Technik geleisteten Sortierung vor der Einlagerung anfielen. Gedämpft wurde daher während der Erntezeit rund um die Uhr. Die Kartoffeln, die sich bei der Sortierung als Speisekartoffeln erwiesen, gelangten in die Abpackung für den Handel. Teils wurden sie auch in Säcken zu einem Zentner, also 50 Kg, abgesackt und als Einkellerungskartoffeln verkauft bzw. für den Export vorbereitet. Ein beachtlicher Teil der Kartoffeln wurde gleich vor Ort in der sogenannten Schälung, ursprünglich Schälküche, geschält. Abgesackt zu 30 Kg gingen die geschälten Kartoffeln in den Handel und landeten so in den Töpfen von Großküchen und Gastronomie. Eine eigene Großküche betrieb das Kartoffellagerhaus selbst und versorgte neben der eigenen Belegschaft umliegende Schulen, Kindertagesstätten und Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Der moderne Küchentrakt war Teil des großen Sozialgebäudes von 72 m Länge und 24 m Breite. Es war aufgeteilt in den Verwaltungsbereich, Umkleideräume, Toiletten, Duschen und einen Speisesaal von 18 x 15 m gleich neben Küche und Kantine. Über einige Jahre beherbergte das Gebäude auch eine Zahnarztpraxis. Unter der Regie von Adolf Helmholz, der von Beginn an als Betriebsleiter fungierte, entwickelte sich das Kartoffellagerhaus zu einem Musterbetrieb. Jede freie Fläche wurde mit Obstbäumen, Gemüsebeeten und Folienzelten für Gemüse, aber auch mit 800 Rosenpflanzen und Ziersträuchern sowie Rasenflächen genutzt. Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, war es nicht mehr lange möglich den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wirtschaftlich gelang es unter den neuen Bedingungen nicht, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Da half auch kein zweites Standbein, das mit der Inbetriebnahme der Gaststätte „Zum Deutschen Orden“ versucht worden ist.