Die Monatsgeschichte

Mai 2026: Die Russen kommen

Ende Juni 1945 berichteten Auswärtige, das ganz in unserer Nähe geplant sei Grenzpfähle aufzustellen. Nur wenige Kilometer westlich Langelns sollte die neue Demarkationslinie, die Zonengrenze zwischen Ost und West, entlang gehen. Doch waren in dieser Zeit viele Gerüchte in Umlauf, so dass man diesem Gerücht wie vielen nicht glaubte. Man fragte sich: Warum gerade bei uns? Bis am 1. Juli, einen herrlichen Sonntagmorgen, an mehreren Anschlagstellen zu lesen war, dass wir seit diesem Tag zur sowjetischen Besatzungszone gehören. Nun bestand kein Zweifel mehr an der Grenzziehung. Es gab neue Fragen zur Zukunft, wieder gab es Spannung, Hoffen und Bangen. Am Dienstag, den 3. Juli ratterten dann die ersten Gespanne, von kleinen Pferden gezogen über das Kopfsteinpflaster von Langeln. Am Abend desselben Tages fand auf dem Hofe der Gaststätte Schrader (heute Schwarzes Roß) eine Zusammenkunft statt, zu der sämtliche Einwohner im Alter von 16 bis 45 Jahren zu erscheinen hatten. Der Neue Ortskommandant stellte sich vor und ließ durch eine Dolmetscherin der Bevölkerung mitteilen, wie sie sich in Zukunft zu verhalten habe und was für Neuerungen eingeführt werden sollten. Es wurde eine Ausgangssperre ausgesprochen, nur in der Zeit von 10 bis 11 Uhr und von 15 bis 16 Uhr war es möglich Besorgungen zu erledigen.