Die Monatsgeschichte

November 2025: Das Langeln Lied

Der Langelner Schneidermeister Fritz Pieper war nach Karlsruhe verzogen, aber sein Herz gehörte sein ganzes Leben lang dem Heimatort Langeln. Mit einer Rede im Januar 1921 in damaligen Gasthof Meier (heute Schwarzes Ross) nahm er Abschied von seinen Freunden. Eigens für diesen Abschied verfasste er ein Gedicht und widmete es seinem Heimatort. Auf seinen Wunsch sollte der Text nach der Melodie „Am Brunnen vor dem Tore“ gesungen werden. Hier der Text:

„O Langeln, Teure Heimat, mein Heimatort bist du. / Denk ich vergangener Tage, find weder Rast noch Ruh. / Bin ich auch hundert Meilen entfernt von diesem Ort / Zieht doch die alte Sehnsucht zu dir mich immerfort.

Das Licht der Welt erblickend, du stolze Jugendzeit, / die Zeit so frei und fröhlich, wie liegst du fern und weit. / Dort wo die erste Liebe drang in das Herz mir ein, / es wär so schön gewesen, es hat nicht sollen sein.

Die Wiesche, Dietze und Woort, sowie der Osterbach, / noch viele schöne Stätten bleiben ewig in mir wach, / Wo man in Freundeskreisen so manches ausgewetzt, / was in jungen Jahren die Ehre nicht verletzt.

Nun muss ich heute wandern zum allerletzten Mal, / begrüßen all die Freunde, noch wenig an der Zahl. / Fahr ich nach frohen Stunden zum jetz’gen Heim zurück, / gilt dir mein liebes Langeln der letzte Blick!

Dieses Gedicht und Lied widmete der Schneidermeister dem dauernden Gedenken dem Stammhaus der Familie Pieper Langeln. Die Verbundenheit des Dichters zu seinen Heimatort Langeln bestätigen nochmal die schließende Worte seiner Rede an die Freunde: „Bleibt treu dem alten deutschen Gemüt, laßt nie erkalten, die Heimatlieb“.